Sascha Müller | Malerei
Ausstellungskritik
Zwischenstation
Ein Bild kann nicht nur das offenbaren, was es vor uns enthüllt, sondern auch das, worauf es lediglich verweist, was es unter Bezugnahme andeutet. Der philosophische Titel von Sascha Müllers Ausstellung – Zwischenstation – enthält verschiedene Bedeutungen. Vielsagend bezeichnet es die Ankunft von irgendwoher und das Zugehen auf irgendetwas, den mit Erwartungen erfüllten Zustand der Wegsuche. Der Titel weist darauf hin, dass Sascha Müller aus der Fremde kam, vor fast 15 Jahren aus Deutschland. Damals vielleicht noch nicht als Maler, sondern als konsolidierter Bürger.
Die wichtigere Bedeutung betrifft jedoch das malerische Schaffen selbst. Dass er auf seinem Weg an einer Zwischenstation angelangt ist, die mit einer bestimmten Frage, der existenziellen Frage verknüpft ist: Wie definiert sich der Künstler selbst als bildender Künstler, beziehungsweise wie ist er in seiner eigenen Existenz gegenwärtig? Seine in vielseitiger malerischer Betrachtungsweise geschaffenen, in verschiedene Gemäldetypen einzuordnenden Öl/Leinwand-Arbeiten nähern sich – an einer Zwischenstation – der Beantwortung dieser Frage an.
Freilich lassen sich an einer Zwischenstation nur kurze Blicke werfen auf das als wesentlich Gedachte. Die Ausstellung ist die Sammlung dieser essentiellen Blicke. In ihnen findet sich die Unaufschiebbarkeit der Selbstdefinition und der Identitätssuche ebenso, wie die Kritik an der das Subjekt umgebenden Wirklichkeit-Umwelt. Der Kreierende versucht an beiden Linien das Seiende und das Sein, den Schein und die Wahrheit zu trennen. Indessen kann dieses Zwischen-Sein, das Dazwischenliegen zwischen Orten und Zeiten auch darauf hinweisen, dass der Künstler an einer Wende steht: Er schließt etwas ab, um etwas anderes zu beginnen.